Reisebericht Kalamaki Juni 2020 – Teil 2 – Leere, Weite und Gespräche


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Seit zwei vollen Tagen sind wir nun hier und, wie das so ist auf Kreta und in Kalamaki, hat für uns schon die totale Erholung eingesetzt.

Aber vielleicht einfach der Reihe nach…

Nach einer eher kurzen Nacht führte uns der erste Weg natürlich auf den Balkon unseres schönen Apartments, um das Meer zu sehen.

Unser täglicher Blick beim Frühstück – Finikas-Apartments in Kalamaki

Wie eigentlich immer in letzter Zeit wohnen wir im Haus 1 der Apartments Finikas von Kalamaki Holidays. Für einen ruhigen und entspannten Urlaub für uns die beste Wahl in Kalamaki.

Da wir noch keinerlei Vorräte hatten, ging es nach einer kleinen Runde durch den Ort zum Frühstück zu Michalis in’s Paradise. Das Spezial-Frühstück für 6,50€ ist eine fantastische Wahl: Kaffee nach Wunsch, frischer Orangensaft, ein Eiergericht (wir wählten Omelette mit Feta), Brot, Butter, Marmelade und Honig.

Wir haben natürlich lange mit Michalis gesprochen, über die Krise, über die Leere, die Sorgen und die ungewisse Zukunft.

In Kalamaki sind wir wohl tatsächlich die ersten Gäste, der Ort wirkt wie ausgestorben, es ist zwar mehr geöffnet als im März, aber mehr Leute bevölkern deswegen nicht den Ort. Außer einigen Griechen und Residenten ist niemand unterwegs.

Nach dem Frühstück trafen wir dann noch unsere Vermieterin, die uns auch ein bisschen was zur Lage und auch zur konkreten Umsetzung der Corona-Regeln erzählt hat.

In der Vermietung ist natürlich etliches anders: Es wird so wenig wie möglich mit Gästekontakt gearbeitet, Reinigung erfolgt nur nach Absprache und auch sonst sind etliche Regeln zu beachten. Ein schwieriges Geschäft zur Zeit.

Nachdem wir so einige Zeit verquatscht hatten, ging es dann noch kurz auf dem Markt nach Tymbaki, schließlich war Freitag und das ist dann natürlich auch ein gewisses Ritual.

Wir kauften etwas Obst und Käse, anschließend gab es die bisher obligatorischen Markt-Souvlaki. Erkenntnis für uns: Diese Art von billigem Fleischgenuss holt uns nicht mehr wirklich ab, da wir auch zu Hause immer weniger und immer ausgewählter Fleisch essen.

Der Markt an sich war letztlich wie immer, von der Umsetzung von Corona-Regeln und Maßnahmen wie Abstand, Mundschutz oder sonstigem war dort nichts zu bemerken.

Geisterstadt Matala

Nach dem Mittag stand dann eine Tour nach Matala an, eine Reise in eine Geisterstadt.

Am Strand wurde aber an der Infrastruktur gearbeitet, es wurden Sonnenschirme „gepflanzt“ und der Sand gesiebt.

Äußerst trostlos stellt sich aktuell die ehemals so hübsche Ecke rund um’s Hakuna Matata dar. Die ganze wasserseitige Infrastruktur wurde abgerissen und mit einer provisorischen Absperrung, teils aus Barhockern und Flatterband, versehen.

Trostlosigkeit in Matala

Auf dem Rückweg aus dem Ort sind wir dann aber doch noch positiv überrascht worden, da wir zufällig einen Freund im Music Cafe getroffen haben.

Auch hier das übermächtige Thema: Corona und die Krise. Aber bei etwas Wein und mit Spatzenfütterung konnte selbst ein solches Thema bewältigt werden. 😉

Weiter ging es noch kurz nach Sivas, unter den Pfefferbaum in Kostas Kafenion. Hier war dann irgendwie eigentlich alles wie immer. Bildbände, Wein und ruhige Entspannung….

Nach etwas Ruhe auf dem Balkon und im Zimmer ging es zur Livemusik und zum Abendessen zu Roberta in’s Italiana in Kalamaki.

Auch mit neuem Koch eine gute Wahl. Und die Live-Musik von Labyrythmos war auch wie immer ganz toll.

Live-Musik gibt es dort übrigens aktuell jeden Freitag (Labyrythmos) und Samstag (Andreas Soutis); und ab sofort gibt es auch „unter“ der Woche wieder Kleinigkeiten zu essen, die komplette Karte samt Pizza aber nur von Freitag bis Sonntag, siehe auch hier.

Zufrieden und müde ging es dann in’s Bett, ein bisschen steckte uns wohl auch noch der doch sehr lange Anreisetag in den Knochen.

Am nächsten Morgen ging es natürlich wieder als erstes auf den Balkon, den Blick über’s Meer schweifen lassen und anschließend das erste selbstgemachte Frühstück mit Obst und Graviera.

Der tägliche Blick vom Balkon…

Heute musste aber auch endlich mal der neue Mietwagen von The Best ausprobiert werden, ein brandneuer Jeep Renegade Trailhawk.

Der Kleine wartet auf die Ausfahrt…

Daher ging es direkt im Anschluss an’s Frühstück gut gestärkt in die Berge der Umgebung. Genauer gesagt, über Sivas und Listaros nach Odigitrias und von dort an Martsalo vorbei hoch auf den Kefali. Eine doch schon ganz herausfordernde Strecke mit grobem Schotter und teils tiefen Auswaschungen und Rinnen.

Ich bin noch nie so bequem solche Pisten gefahren: Ein wirklich schönes Fahrzeug.

Und oben auf dem Kefali konnten wir dann auch noch das „alte“ Gruppenbild unserer Facebook-Gruppe mit dem neuen Fahrzeug nachstellen. 😉

Auf dem Rückweg gab es dann noch einen Zwischenstopp im Kloster Odigitrias.

Wir waren uns bei Klöstern ja eigentlich sehr unsicher, ob man dort in Corona-Zeiten willkommen sein wird und welche Maßnahmen es geben könnte…

Alle Sorgen waren aber unbegründet, wir wurden herzlich empfangen und konnten uns wie gewohnt und ohne Maske in der kompletten Anlage bewegen.

Im Klosterladen haben wir dann noch ein paar Kleinigkeiten gekauft, u.a. Kräutersalz, köstlichen Honig mit Zimt und Honigraki.

Zurück in Kalamaki gab es einige Leckereien bei Italiana, herrlich im Schatten unter den Tamarisken. Das machen wir sicher noch öfter…

Anschließend ging es erst mal für eine ausgiebige Pause auf’s Zimmer.

Sonnenuntergang in Kalamaki

Den Tagesabschluss bildete dann ein Essen in toller Atmosphäre mit Freunden bei Chrisopigi in Kamilari. Keine Bilder, private Veranstaltung. 😉

Unser bisheriges Fazit:

Die Lage hier ist für die Menschen aus dem Tourismus sehr schwierig. Aktuell gibt es noch absolut keine Gäste hier vor Ort, gleichzeitig sind viele Griechen und Residenten natürlich auch etwas besorgt, dass Corona durch Touristen auf Kreta ein Problem werden könnte.

Der individuelle Umgang der Einheimischen mit den Corona-Regeln und den spezifischen Auflagen ist ganz unterschiedlich, von deutlicher Distanzierung mit merkbarer Angst bis hin zu Begrüßungen mit Umarmung und Küsschen wie früher ist alles dabei. Das muss man respektieren können.

Auch Dinge wie der eigentlich vorgeschriebene Mund-Nase-Schutz in der Gastronomie, Handschuhe oder bereitzustellende Desinfektionsmittel werden sehr individuell gehandhabt. Hier auf den Dörfern ist das alles sehr leger, in größeren Städten soll es wohl anders sein, wie Freunde, die ebenfalls vor Ort sind, berichten.

Für uns selbst ist die Leere und Ruhe hier eine durchaus schöne Erfahrung, wir kommen ja nicht umsonst auch gerne im März, für die Menschen hier jedoch ist es eine wirtschaftliche Katastrophe.

Ich kann daher nur jedem raten, ruhig auch kurzfristig eine Reise nach Kreta zu planen. Mit etwas Verantwortungsbewusstsein wird man selbst eine fantastische Zeit hier erleben können und dabei gleichzeitig den Menschen wenigstens einige lebensnotwendige Einkünfte bescheren.

Wer mehr von unserer Reise sehen möchte:

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